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Madeira

Madeira erreicht man heute bequem mit Direktflügen von der Schweiz aus. Besonders zu empfehlen ist eine Rundreise im eigenen Mietauto, um die Vielfalt der Insel richtig zu geniessen und auch einige Wanderungen zu unternehmen, genügen zwei Wochen Urlaub. Hier wird Portugiesisch gesprochen, das sehr dem Brasilianischen ähnelt. Wer diese Sprache nicht beherrscht wird sich mit Englisch gut verständigen können.

 

Der Archipel Madeira setzt sich aus fünf Inseln zusammen, wovon nur Madeira (741 km2) und Porto Santo (45 km2) von Bedeutung sind. Die rund 300'000 Bewohner sind 900 km von ihrem portugiesischen Mutterland entfernt.

 

Madeiras Blütenzauber ist wohl der Hauptgrund für viele Reisende, die Insel zu besuchen. Hier gedeihen tropische und subtropische Pflanzen; duftende Eukalyptuswälder, zartgelbe Akazienhaine, ursprüngliche Lorbeerwälder, ja sogar die Strassenränder borden über von Blüten.

 

Bananen sind heute eine der wichtigsten Einnahmequellen, doch auch der Weinbau, das Zuckerrohr und die Stickereien sind von Bedeutung. Die grösste Hoffnung liegt jedoch im Tourismus.

 

Der Madeira-Wein ist der zweite Weltklasse-Liqueurwein aus Portugal. Madeira ist wahrscheinlich der langlebigste Wein der Welt und überhaupt ein Wunder der Natur. Die vulkanische Insel ist sehr bergig mit reichen Lavaböden. Fast jeder nutzbare Flecken Land ist mit Reben bepflanzt. Die besten Lagen sind die Steilterrassen. Die Reben werden meist als niedrige Pergolen gezogen, so dass der kostbare Boden zusätzlich genutzt werden kann. Gelesen werden dann die Trauben auf Knien oder gebückT.

 

Madeira wird sowohl nach der Sherry- als auch nach der Porto-Methode hergestellt. Bei den trockenen Madeiras wird der fertig vergorene Jungwein aufgespritet, für die süssen Stile wird die Gärung beim noch süssen Most mit Alkohol gestoppt.

 

Es gibt vier Hauptstile von Madeira. Sie werden nach den Traubensorten benannt aus denen sie gekeltert werden. Alle Trauben sind weiss:

 

Sercial: heller Wein mit leichtem Körper und nussigem Bouquet; der trockenste und geschmeidigste Madeira.

Verdelho: mittelschwer und mittelsüss; vollmundig und ziemlich trocken

Bual: duftige Frucht, rauchig, vollsüss

Malmsey: fast schwarz, fruchtig, schwer und honigsüss

 

Der aufgespritete junge Wein geht in Madeira durch einen einzigartigen Herstellungsprozess, genannt Estufagem. Das Verfahren stammt aus der Zeit, als die Insel für die Seefahrer eine wichtige Zwischenstation war. Für die Atlantiküberfahrt versorgten sich die Seefahrer mit Lebensmitteln und Wein. Bald merkte man, dass der Wein besser schmeckte, je länger er auf den Schiffen blieb. Ab 1750 schickten britische Kaufleute, die Fässer regelmässig nach Ostindien und wieder zurück.

 

Diese Seereise wird heute in dem Estufa (Lagerraum) simuliert. Die Fässer werden langsam auf 45°C erwärmt, die Temperatur bleibt während 3 – 6 Monaten konstant und anschliessend wird die Estufa langsam wieder abgekühlt. Danach reifen die Weine noch für rund 18 Monate, bevor sie verschnitten (z. T. Solera-System) und abgefüllt werden. Dieser Erhitzungsprozess bringt den Madeiraweinen ihren unverkennbaren verbrannten Geschmack.

 











 
 

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